Fischerverein Schmeiental e.V.
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Kormorane wieder zu Besuch

Eines vorweg, bei uns im Schmeiental ist die Natur weitgehend intakt. Wir Fischer können gut mit Tieren umgehen, die sich am Bach ernähren. Neben Wasseramsel, Eisvogel, Grau- und Silberreiher hat auch der Kormoran die Schmeie für sich entdeckt.

Kaum ist das Eis der Schmeie gebrochen, schon wird der Kormoran in unserer Schmeie vermehrt beobachtet. So sind auf dem Bild drei Kormorane zu erkennen, die am 21.02.2017 zwischen Ober- und Unterschmeien gesichtet wurden. Untersuchungen zufolge frisst ein ausgewachsener Kormoran jeden Tag 500 g Fisch. Untersuchungen ergeben, dass in unserem Abschnitt der Schmeie je Jahr rd. 160 kg Fisch nachwachsen. Bei drei Vögeln entspricht dies rund 110 Tagesrationen.

Der Kormoran ist aufgrund der bestehenden Gesetzeslage geschützt und darf daher in Baden- Württemberg grundsätzlich nicht bejagt werden. Die in unserem Wasser etablierten Fischarten Neunauge, Äsche und Groppe sind im Übrigen ebenfalls besonders geschützt. . Fraglich erscheint, ob der Kormoran dies bei seiner Nahrungssuche berücksichtigt.

Um Bewerten zu können, wie hoch der Fraßdruck der Spezies Kormoran tatsächlich ist, bedarf es einer Grundlage. Daher hat die Fischereiforschungsstelle Baden- Württemberg bereits in 2011 eine Datenbank eingerichtet, in welche jeder Fischer/ Bürger eigene Kormoranbeobachtungen einstellen kann. Näheres ist hier abrufbar. Zwischenzeitlich ist diese Datenbank auch via App (KormoDat) nutzbar.

Alle Mitglieder sind aufgefordert, Kormoranbeoabachtungen in dieser Datenbank mitzuteilen.

Ergebnisse jüngster Gewässeruntersuchungen

 Steinfliegenlarve

Köcherfliegenlarven ohne Köcher

Rollegel

Wasserskorpion

Schmerle 

Wenn man (der Fisch) das Maul zu voll nimmt!

Am 18.05.2015 wurde durch eines unserer Mitglieder die hier abgebildete(n) Forelle(n) "gefunden". Sie war bereits verendet! Wenn die Nahrung auf die Kiemen drückt, wird es mit dem Atmen schwer!

Kormoran - Der "Phalacrocorax carbo" ist ein regelmäßiger Gast an der Schmeie

Auch in diesem Winter wurde im Bereich unserer Pachtstrecke wiederholt -und mit gemischten Gefühlen- der "Schwarzfischer" Kormoran beobachtet. Teilweise soll es sich Zeugenberichten zufolge um bis zu 10 Exemplare gehandelt haben. Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass  jeder Vogel rund 500 Gramm Fisch am Tag verspeist. So haben 10 Vögel langfristig gesehen eine für den Fischbestand der Schmeie einschneidende Bedeutung. Rein rechnerisch bedeutet dies je Monat rund 150 kg Fischbedarf für den Kormoran. Weil auch der Kormoran für gewöhnlich nicht nur einen Monat in der Raumschaft verweilt, hat der Hunger der beobachteten 10 Kormoranen absehbar wohl erhebliche Auswirkungen auf unseren Fischbestand. Die auf Erfahrungswerten beruhenden Berechnungen gehen davon aus, dass in unserem Gewässerabschnitt je Jahr rund 160 kg Fisch "nachwachsen".

Die beiden folgenden Bilder zeigen einen Kormoran im Bereich der Aubenwiese, aufgenommen am 14.03.2015  im Pachtstreckenbereich des ASV STORZINGEN, unserem oberen Pachtnachbar.

Da der Kormoran bei seiner Jagd nicht alle der gejagten Fische final zum Fassen und fressen bekommt, die Fehlgänge bei seiner Jagd aber regelmäßig bei dem Fisch zu tödlichen Verletzungen führen, ist der Fischbedarf im Grunde noch größer als der tatsächlich verspeiste Fisch. Näheres zum Kormoran auf der homepage des lfvbw. Idealerweise sollten Kormoranbeoabchtungen an/ über das KormoDat an die Fischereiforschungsstelle des  Landwirtschaftliche Zentrum Baden-Württemberg gemeldet werden.

Gemachte Kormoranbeobachtungen bitten wir mit Nachdruck -auch aus anderen Gewässern Baden-Württembergs- über die Homepage mitzuteilen.

Rotwangenschildkröte 

Unsere Freude über diess Tier ist überschaubar. Wie das Tier - das eigentlich in Nordamerika zu Hause ist - in die Schmeie gekommen ist, ist nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass Aquarienfreunde offenbar recht häufig ihre anfängliche Freude an derlei Tieren mit der Zeit verlieren sollen, auch weil Rotwangenschildkröten die Körpergröße eines Toilettendeckel erreichen und darüber hinaus auch recht alt werden können. So verlieren die Tiere offenbar häufiger ihren Reiz und so werden die Tiere regelmäßig durch ihre Halter - die sich regelmäßig selbst gerne als Tierfreunde sehen - in der freien Natur ausgesetzt. Da die Tiere Träger von Krankheiten sein können, welche auch den heimischen Tieren zusetzen können und die Rotwangenschildkröte den vorliegenden Hinweisen zufolge regelmäßig mit den hiesigen Klimaverhältnissen ihre Probleme haben, ist ein Aussetzen in den hiesigen Breitengraden insgesamt problematisch. Da auch nach dem eher intensiveren Winter 2014/ 2015 eine etwas kleiner anmutende Rotwangenschildkröte beobachtet worden ist, gilt es die Situation zu beobachten. Uns wurde durch die untere Naturschtzbehörde zumindest erlaubt, das Tier zu entnehmen. Leider gelang es uns bis heute nicht, das recht scheue und vorsichtige Tier einzufangen.

Neben der Rotwangenschildkröte ist als weiteres Beispiel der Waschbär anzuführen, welcher im Schmeiental ebenfalls schon beobachtet worden ist. Darüber hinaus erfuhren wir, dass unser Pachtnachbar (flußaufwärts), der ASV Storzingen, in deren Gewässerabschnitt neben Wasserschildkröten auch Goldorfen beobachtet hat.  Es bleibt festzustellen, dass sich die sogenannten Biozoen auch im Schmeiental ansiedeln.

Biber (Castor fiber)

Anbei -leider etwas unscharf- einer unserer Biber (auf Tauchgang/ Flucht). In unserem Pachtabschnitt sind mehrere Biberfamilien etabliert.

Europäische Flusskrebs (Astacus astacus)

Hier ein Bild vom europäischen Flußkrebs, welcher sich infolge entsprechendem Besatz bei uns hoffentlich wieder ansiedelt.

 Blauflügel Prachtlibelle (Calopteryx virgo)

Und hier noch ein männliches Exemplar der Blauflügel Prachtlibelle (Calopteryx virgo), einer Kleinlibelle, die bei uns häufig anzutreffen ist.

Stand: 02.04.2017

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