Fischerverein Schmeiental e.V.
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Fischerverein Schmeiental e.V.

20-jähriges Vereinsjubiläum - Edelkrebse in der Schmeie zurück

Anlässlich seines Jubiläums hat der Fischerverein Schmeiental e.V. am Freitag, den 05.09.2014 seine Mitglieder und Gründungsmitglieder zum Gemeinschaftsfischen eingeladen. Im Rahmen eines sich daran anschließenden Hocks konnten sich alle Teilnehmer mit deren Familien im Fischerlatein über aktuelles wie auch geschehenes austauschen.

Am Samstag, den 06.09.2014 waren ab den frühen Morgenstunden die umliegenden Vereine wie auch Vereine, mit denen der Fischerverein Schmeiental e.V. im Rahmen der Jugendarbeit kooperiert, zum Angeln eingeladen. Unabhängig woher die Gäste kamen, allesamt konnten sie sich als Gastfischer davon überzeugen, dass die Schmeie nicht nur in einer atemberaubend reizvollen Landschaft liegt sondern gegenwärtig auch wieder über einen ordentlichen und vor allem gesunden Äschen- und Bachforellenbestand verfügt.

Ab 14:00 Uhr verjüngte sich dann der Teilnehmerkreis merklich, da die Schmeier Fischer ihr Angebot für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Sigmaringer Ferienspaß veranstalteten. Zunächst erfolgte hier durch die Kinder eine Untersuchung der Schmeie und eine Bestimmung der dort vorhandenen Lebewesen. Ziel waren hier weniger die Fische als vielmehr Lebewesen wie Bachflohkrebse, Köcher- oder Steinfliegenlarve.

Das Ergebnis war in diesem Jahr erfreulich positiv, da die Kinder anhand der Lebewesen nun auch im Bereich der Schmeie in Oberschmeien eine gute bis sehr gute Wasserqualität feststellen konnten. Diese Feststellung bestätigte sich auch durch den Umstand, dass mehrere Groppen im Untersuchungsbereich festgestellt werden konnten. Diese Fischart hat einen hohen Anspruch an die Qualität des Wassers. Dies wiederum macht die Groppe gegenwärtig zu einem eher seltenen Bewohner unserer Gewässer.

Danach erstellten die Kinder im Bereich des neuen Umleitungsgerinne des Mühlenkanals gemeinsam ein Bauwerk in Form eines Weidengeflechts und leisteten dadurch ihren Beitrag zur weiteren Verbesserung der Bachstruktur und damit zur Gewässerökologie. Nach einem Vesper konnten die Kinder dann unter Aufsicht und Anleitung ihr Angeltalent unter Beweis stellen, bis sie dann gegen 20 Uhr wieder an Ihre Eltern mit durchweg freudigen Gesichtern entlassen werden konnten.

Parallel dazu wurde anläßlich des 20-jährigen Jubiläums am Nachmittag die interessierte Bürgerschaft in der Mühle in Oberschmeien begrüßt. Nach der Begrüßung durch den Verein und den Grußworten des Ortsvorstehers Otto Schütz nutze die Bürgerschaft die Möglichkeit, im Rahmen von Führungen des Mühlenbesitzers, hinter die Kulissen der Mühle zu schauen. Parallel dazu führten die Vorsitzenden des Fischervereins die interessierten Gäste zu dem im Dezember 2013 realisierten Umleitungsgerinne. Hier wurde den interessierten Besuchern die Maßnahme und deren Bedeutung für das Ökosystem Schmeien erläutert. Dabei ergaben sich auch Begegnungen mit dem Biber sowie mit den anlässlich des Jubiläums „einbestellten“ Edelkrebsen.

 

 

Die Edelkrebse wurden dann am späten Abend aus dem Ausstellungsaquarium entnommen und in der Schmeie ausgesetzt. Wir sind Hoffnungsvoll, dass sich die Edelkrebes in der Schmeie wieder ansiedeln.

Wasserwart Wilhelm Claus -mit Bürgern- beim Aussetzen der Edelkrebse im Bereich des Umleitungsgerinne Mühlenkanal Oberschmeien.

Presseecho zum Jubiläum - unser Dank an die berichtende Lokalpresse:

Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 08.09.2014

von Ute Korn-Amann

Artikel Südkurier vom 09.09.2014

Erfolgreiche Wiederbesiedlung der Fische im Schmeiental- von Herman-Peter Steinmüller

Sigmaringen -  Der Fischereiverein Schmeiental feiert sein 20-jähriges Bestehen und belebt den einst toten Fluss. Der erfreuliche Groppenfund spricht für den guten ökologischen Zustand des Gewässers. Die Bachpatenschaft für ein rund neun Kilometer langes Teilstück auf der Gemarkung Sigmaringen besteht seit 1997

Seit 1997 hat der Fischereiverein Schmeiental die Bachpatenschaft für das Teilstück der Schmeie auf der Gemarkung Sigmaringen übernommen. Am Wochenende, zum 20-Jährigen Bestehen des Vereins, stellte sich eine weitere Erfolgsmeldung ein. Unterhalb des Wehrs in Oberschmeien wurden zum ersten Mal wieder Groppen gefunden. Das sind kleine, unter Steinen lebende Fische, die ein Zeichen für den guten ökologischen Zustand eines Fließgewässers sind.

Um die Problematik der Schmeie nachvollziehen zu können, ist ein Blick in die Vergangenheit nötig. Die schildert Tobias Frick, der Vorsitzende des Fischereivereins, so: „Bis in die 90er Jahre hinein war die Schmeie ökologisch fast tot, weil die Textilindustrie ihre giftigen Abwässer einleitete.“ Erst Mitte der 90er Jahre besserte sich die Wasserqualität. Frick: „In der Kläranlage Ebingen wurde eine neue Reinigungsstufe in Betrieb genommen. Gleichzeitig aber verschwand die Textilindustrie fast vollständig.“

Als die Fischer die Bachpatenschaft für den neun Kilometer langen Flussabschnitt auf der Gemarkung Sigmaringen 1997 übernahmen, war das Wasser zwar sauber. Die Wiederbesiedlung mit Fischen und anderen Tierarten war aber noch nicht abgeschlossen. Bislang letztes Hindernis war das Mühlenwehr in Oberschmeien. Der Vorsitzende: „Noch vor einem Jahr war das Wehr eine Grenze für viele Tierarten. Oberhalb des Wehrs gab es eine andersgeartete und artenreichere Tierwelt im Bach als unterhalb.“ Das bestätigt auch Wilhelm Claus vom Fischereiverein. Claus: „Durch das Wehr wurde beispielsweise verhindert, dass Döbel aus der Donau weiter als bis nach Oberschmeien kommen konnten.“

Die Oberschmeier Mühle ist seit 103 Jahren auch ein kleines Kraftwerk, das mit seiner umweltfreundlichen Anlage bis heute 25 Haushalte mit elektrischem Strom versorgen kann. Zusammen mit dem neuen Mühlenbesitzer Wilfried Hemmerich fanden die Fischer eine gemeinsame Lösung zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit. Sie umfasst zwei Punkte. Zum einen wurde im vergangenen Winter eine „Umleitungsrinne“ um das Wehr gebaut. Damit können Tiere nun das Wehr umgehen. Gleichzeitig verzichtet der Mühlenbetreiber in Trockenzeiten auf einen Teil des ihm zur Stromproduktion zustehenden Wassers. Die Kosten für den Bau der rund 60 Meter langen und naturnahen Wasserumleitungsstrecke bezahlte der Mühlenbesitzer. Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen dem Mühlenbesitzer und den Fischern war auch, dass parallel zum Fischerfest die ehemalige Mühle für die Besucher offenstand. Wilfried Hemmerich führte die Gäste durch das Haus und zeigte den 103 Jahre alten Generator.

Gleichzeitig zum Vereinsfest beteiligte sich der Verein mit einem Aktionstag am Kinderferienprogramm. Teilnehmende Kinder fanden unterhalb des Wehres Groppen. Tobias Frick wertete diese Entdeckung als Zeichen dafür, dass der Umleitungsgraben seine Aufgabe voll erfüllt. Durch den stets wasserführenden Umleitungsgraben ist das Stück Land zur Schmeie hin zu einer Insel geworden. Auch um die Pflege dieser Insel kümmern sich die Fischer.

 

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